Europa wird eins – das gilt auch und vor allem an den Hochschulen. Denn wo die Kompetenz von morgen wächst, ist Transparenz besonders wichtig. Der Bologna-Prozess ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung: Mehr als 40 Staaten haben sich darin auf einen einheitlichen europäischen Hochschulraum verständigt. An die Stelle der bisherigen Abschlüsse Diplom, Magister Artium und Staatsexamen tritt bis spätestens 2010 ein zweistufiges Studiensystem: Nach sechs bis acht Semestern erwerben Studierende mit dem Bachelor einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss und können ihr Wissen danach in weiteren zwei bis vier Semestern zum Master vertiefen – oder gleich in den Beruf einsteigen. Damit werden nicht nur die europäischen Universitäten deutlich attraktiver, auch für Studenten und Unternehmen ergeben sich aus dieser Umstrukturierung Vorteile.
Wir begrüßen diese Entwicklung und unterstützen den Prozess durch attraktive Einstiegschancen und die aktive Kooperation mit den Hochschulen. Dieses Versprechen haben wir gemeinsam mit anderen führenden Unternehmen schriftlich gegeben: in der konzertierten Aktion „Bachelor welcome“, initiiert vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.
Das große Plus für Studierende Studierenden in Deutschland stehen künftig leichter als bisher die Wege nach Europa offen: Die vergleichbaren Abschlüsse und Studieninhalte steigern die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Fachhochschulen und Universitäten und fördern durch die größere Transparenz außerdem auch Kooperationen zwischen den europäischen Hochschulen. Zur Sicherung der Qualität durchläuft jeder Bachelor- und Masterstudiengang ein Akkreditierungs- und Evaluierungsverfahren.
Gezielte Berufsplanung mit viel Freiheit Flexibler wird auch die individuelle Berufsplanung: Wer als frisch gebackener Bachelor direkt in den Beruf einsteigt, ist nicht nur jünger als heutige Berufsanfänger. Sie oder er kann außerdem in Ruhe die ersten Erfahrungen sammeln und dann entscheiden, ob und wie es weitergeht: Die fachspezifische Vertiefung, beispielsweise zum Master of Science oder Master of Engineering, ist ebenso möglich wie die Ergänzung mit einer anderen Fachrichtung. So bleibt das Studium flexibel. Und das Leben auch.
Teamwork: Bologna im Praxistest Die Studieninhalte werden zukünftig nicht nur in einheitlichen Modulen aufgebaut, sondern sind zudem stärker als bisher an der Praxis orientiert. Damit können Studierende schon frühzeitig ihr Berufsziel ins Auge fassen und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Unternehmen dagegen profitieren von aktuellem, spezifischem Fachwissen und werden auch für den internationalen Nachwuchs attraktiver. Alles in allem: Ein Gewinn für beide Seiten.