Bilanz-Pressekonferenz 2016 Magnifier

Vernetzte Lösungen als Jobmotor Bosch plant 2016 die Neueinstellung von weltweit rund 14.000 Hochschulabsolventen. Besonders gefragt ist Softwarekompetenz.

27.04.2016

Bilanz-Pressekonferenz 2016 – Nach Rekordjahr: Bosch bleibt auf Wachstumskurs

Nach dem Rekordjahr 2015 will Bosch auch in diesem Jahr seinen Wachstumskurs fortsetzen. Trotz nur verhaltener konjunktureller Aussichten und geopolitischer Unsicherheiten erwartet das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen für 2016 ein Umsatzwachstum zwischen drei und fünf Prozent. Bosch will weiterhin stärker wachsen als die für das Unternehmen relevanten Märkte.

„Wir werden künftig nicht nur mit innovativen Produkten, sondern auch mit innovativen Services wachsen“, sagte Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung, bei der Bilanz-Pressekonferenz auf dem Bosch-Forschungscampus in Renningen. „Auf unsere breite Basis im Hardware-Geschäft bauen wir zunehmend vernetzte Services auf“, so Denner weiter. Dabei profitiert das Unternehmen nicht nur von seiner technischen Vielseitigkeit, sondern auch von seiner breiten Branchen- und Domänenkompetenz.

Der Umsatz der Bosch-Gruppe erreichte 2015 mit 70,6 Milliarden Euro einen historischen Höchstwert. Mit der vollständigen Übernahme der früheren paritätischen Gemeinschaftsunternehmen BSH Hausgeräte GmbH und Robert Bosch Automotive Steering GmbH stieg der Umsatz um knapp 22 Milliarden Euro oder 44 Prozent. Auch operativ ist Bosch stark gewachsen und hat vergleichbar gerechnet ein Umsatzplus von zehn Prozent erzielt. Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen erzielte 2015 ein Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) von 4,6 Milliarden Euro und damit eine EBIT-Rendite von 6,5 Prozent.

Services ergänzen künftig breite Hardwarebasis

Strategisches Ziel von Bosch sind nicht nur Hardwareprodukte für das vernetzte Leben, sondern auch Servicelösungen rund um die Vernetzung dieser Produkte im Internet der Dinge. Das Unternehmen setzt im Vernetzungsgeschäft auf „3S“ – Sensorik, Software und Services. „Die Services werden integraler Bestandteil unseres Produktgeschäfts. Aus jedem Umsatz mit Hardware soll auch Umsatz mit ergänzenden Services folgen“, so Denner.

Bosch profitiert bei der Entwicklung und Umsetzung von Services für die vernetzte Welt neben seiner Kompetenz in Software und Sensorik insbesondere auch von seiner breiten Aufstellung. „Autos mit Häusern, selbst ganze Städte – Bosch kann wie kein anderes Unter-nehmen viele Dinge unterschiedlichster Domänen vernetzen“, so Denner weiter. Fast 50 Prozent aller elektronischen Erzeugnisklassen von Bosch sind internetfähig. Das bereits bestehende Servicegeschäft aller vier Unternehmensbereiche wird das Unternehmen sukzessive ausbauen.

Bosch IoT Cloud: integraler Bestandteil des Service-Geschäfts

Zentraler Bestandteil des Service-Geschäfts von Bosch ist die unternehmenseigene IoT Cloud. Die Bosch IoT Cloud bietet technische Infrastruktur für die Skalierbarkeit von vernetzten Lösungen. Bereits 2016 werden rund 50 Anwendungen von Bosch in der eigenen Cloud laufen. Ab 2017 wird die Nutzung der IoT Cloud als Service auch externen Kunden angeboten. Zentraler Softwarekern der IoT Cloud ist die Bosch IoT Suite. Sie ist das Gehirn der vernetzten Welt.

Die Bosch IoT Suite bietet alle Funktionen, um Geräte, Anwender und Unternehmen zu vernetzen. Big Data-Management ermöglicht innerhalb der IoT Suite die Analyse großer Datenmengen. In der Bosch IoT Suite können Regeln für automatisierte Entscheidungen hinterlegt werden – wann zum Beispiel Maschinenzustände Verschleißmuster erkennen lassen, so dass präventiv eine Instandhaltung eingeleitet wird. Bereits heute bauen viele Lösungen und Projekte von Bosch und seinen Kunden auf dieser Plattform auf. Mehr als fünf Millionen Geräte und Maschinen sind über Komponenten der Bosch IoT Suite schon vernetzt.

Belegschaft: IT- und Softwarespezialisten gesucht

Die Bosch-Gruppe beschäftigte zum 31. Dezember 2015 weltweit rund 375 000 Mitarbeiter. 2015 wuchs die Belegschaft vergleichbar gerechnet um 17 600 Mitarbeiter. Regionale Schwerpunkte des Personalaufbaus waren Mittel- und Osteuropa, Deutschland, Asien-Pazifik und USA. Für das laufende Jahr plant Bosch die Neueinstellung von weltweit rund 14 000 Akademikern. Besonders gefragt ist Softwarekompetenz. Fast jede zweite offene Stelle bei Bosch hat mittlerweile einen Bezug zu Software.

Smart Home Magnifier

Smart Home

Auch im intelligenten Zuhause wird zunehmende Vernetzung für mehr Lebenskomfort und Entlastung sorgen. Bereits seit Jahresbeginn bietet Bosch mit dem Bosch Smart Home-System eine einfache und sichere Lösung für das Smart Home an. Bis 2020 werden weltweit rund 230 Millionen beziehungsweise 15 Prozent aller Haushalte mit Smart-Home-Lösungen ausgestattet sein.

Das vernetzte Auto wird zum persönlichen Begleiter Magnifier

Das vernetzte Auto wird zum persönlichen Begleiter

Mit dem automatisierten und vernetzten Fahren verwandelt sich auch das Fahrzeug. Das Auto wird, neben Haus und Büro, zur dritten Lebensumgebung des Menschen. Bosch zeigt in einem Showcar eine neue Art der Kommunikation zwischen Mensch und Technik. Armaturenbrett und Mittelkonsole sind in einem rein elektronischen Display vereint. Dessen Inhalte passen sich an die aktuelle Umgebung des Fahrzeugs an.

 
Data Mining – technische Intelligenz für Smart Citys Magnifier

Data Mining – technische Intelligenz für Smart Citys

Die Zentrale Forschung und Vorausentwicklung von Bosch arbeitet unter anderem an Verfahren, um aus großen Datenmengen neue und nützliche Informationen zu ziehen. Dafür sind Experten nötig, die sich sowohl auf Software und Algorithmen als auch auf die Produkte und deren Herstellung verstehen. Bei alledem helfen den Experten leistungsfähige Rechner und neue visuelle Darstellungen. Dank Data Mining können beispielsweise Echtzeit-Parkkarten bereits aus den Sensordaten von nur sechs Prozent aller Fahrzeuge im fließenden Verkehr gewonnen werden. Data Mining ist die technische Intelligenz, die für Services in der Smart City benötigt wird.

Industrie 4.0 bei Bosch – vernetzte Fertigung Magnifier

Industrie 4.0 bei Bosch – vernetzte Fertigung

In der vernetzten Produktion profitiert Bosch insbesondere von den Umsetzungserfahrungen in seinen eigenen rund 250 Werken. Diese Erfahrungen setzt das Unternehmen in externe Services um. Bis 2020 erwartet Bosch durch die vernetzte Produktion kumuliert sowohl eine Milliarde Euro Kostenersparnis als auch eine Milliarde zusätzlichen Umsatz. Im Bosch-Werk in Stuttgart-Feuerbach analysiert ein Mitarbeiter die laufende Produktion mithilfe eines Tablet-Computers. Bosch sammelt zahlreiche Daten aus der Fertigung und wertet sie mit selbst entwickelter Software aus. So entsteht aus den gesammelten Informationen neuer Nutzen.